Foto der Niedergailbacher Kirche 1150 wurde Niedergailbach in einer Grenzbeschreibung des Herzogs Matthias von Lothringen an den Grafen Folmar von Saarwerden erstmals urkundlich erwähnt. Der auf französischer Seite östlich von Obergailbach entspringende und in die Blies mündende Gailbach hat dem Ort seinen Namen gegeben. Der Name des Baches, der mundartlich ,,Gelbach" lautet, wird wohl von seiner bei Regenwettergelben Farbe abgeleitet.
   

Die Grenznähe zu Frankreich hat sich in der Vergangenheit oftmals sehr negativ auf den Ort und die Dorfentwicklung ausgewirkt. Niedergailbachs häufiger Wechsel der territorialen Zugehörigkeit war das Schicksal des Bliesgaudorfes. Die Region war des öfteren „Schauplatz" von Kriegshandlungen. So wurde Niedergailbach durch die kriegerischen Auseinandersetzungen des Zweiten Weltkrieges zu über 80% zerstört.

 

Nach dem Kriegsende löste sich Niedergailbach allmählich aus seiner bäuerlichen Struktur, ohne sie ganz zu verlieren. Die rund 35-jährige Teilnahme an dem Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft" hat sich äußerst positiv auf die Entwicklung des Ortes und das Gemeinschaftsleben ausgewirkt. Im Zusammenhang mit diesem Wettbewerb wurden eine ganze Reihe von Dorferneuerungsmaßnahmen durchgeführt, deren Finanzierung weitgehend von der Dorfgemeinschaft erfolgte. Dank der starken Schaffenskraft seiner Bewohner und mit einem hohen Maß an Gemeinschaftsleistungen hat sich Niedergailbach zu einem schmucken Wohnort entwickelt, in dem sich „Alteingesessene" und „Zugezogene" in einem harmonischen Gemeinschaftsleben zusammenfinden. Krönung der jahrelangen Bemühungen der Dorfbevölkerung an der Weiter- und Fortentwicklung des Ortes war die Auszeichnung mit der Goldmedaille beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden — Unser Dorf hat Zukunft" im Jahr 2001.

 

In der Dorfmitte präsentiert sich stolz die am 28. August 1954 eingeweihte Pfarrkirche „Bruder Klaus". Das neue Gotteshaus, in heimischem Kalkstein erbaut, ist dem Schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Flüe geweiht. Die formvollendete Malerei im Chorraum und das Deckengemälde wurden von dem bedeutenden deutschen Kirchenmaler Prof. Richard Seewald gefertigt. Foto: Mehrgenerationentreff Niedergailbach
   
Foto eines Brunnens in Niedergailbach Am Ortsausgang nach Reinheim steht gegenüber dem Friedhof die Marienkapelle. Die Kapelle ist aus einem Bildstock entstanden, der an gleicher Stelle im Jahre 1816 errichtet worden war. Einziges Schmuckstück der Gebetsstätte ist eine Marienstatue. Die kunstvolle Holzplastik wurde nach der als Stalingrad-Madonna bekannt gewordenen Kohlezeichnung des Oberarztes Dr. Kurt Reuber von einem Oberammergauer Holzschnitzer gefertigt.
   

Die Treppenanlage „Kleine Steige", die das Oberdorf mit dem Unterdorf verbindet, haben im 19. Jahrhundert Niedergailbacher Bürger aus Kalkstein errichtet. Sie steht unter Denkmalschutz und wurde im Jahre 1988 vollständig restauriert worden. Weiter befinden sich vier Dorfbrunnen und drei historische Sandsteinkreuze innerhalb des Dorfes. Die gepflegten Grünanlagen geben besonders während der Sommermonate ein imposantes Bild ab.

 

Neben dem Radweg entlang der Verbindungsstraße nach Reinheim ist der Ort durch eine weitere Anbindung am Kastellrech direkt an den Bliestalfreizeitweg angebunden.

Foto der "Kleinen Steige"

   

Die örtlichen Vereine und Verbände sorgen mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm während des Jahres für Leben im Ort. Höhepunkt dabei ist die traditionelle „Gälbacher Zeltkirb", die alljährlich am zweitletzten Augustwochenende zünftig gefeiert wird.

 

Aktuelle Informationen aus Niedergailbach finden Sie unter www.niedergailbach.com