Corona Virus pixabay 150x152

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

was viele Experten durchaus befürchtet haben, ist nun leider eingetreten. Die zweite Welle der Corona Pandemie hat uns erfasst. Dies tut sie schneller und stärker als die erste. Es gilt heute wie damals vor allem, die Kurve der Infektionen wieder abzuflachen. Das bedeutet, dass wir Kontakte möglichst vermeiden sollen und – noch stärker als zuvor – die AHA (Abstand-Hygiene-Alltagsmasken)-Regeln einhalten.

   

Ein weiterer Schlüssel für eine Verlangsamung des Infektionsgeschehens ist die Kontaktnachverfolgung. Die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt in Homburg leisten dabei eine sehr anstrengende, aber großartige Arbeit, um Infektionsketten möglich schnell zu unterbrechen. Doch bereits jetzt können die Gesundheitsämter viele Fälle nicht mehr zurückverfolgen. Es sind einfach zu viele.

 

Nachdem unsere Gemeinde lange Monate (seit Ende April) keinen neuen Infektionsfall hatte, mussten wir seit Anfang Oktober 13 neue Fälle verzeichnen, und nicht alle davon verlaufen milde. Es sind also doppelt so viele als in den 6 Monaten davor in nur 5 Wochen. Hinzu kommen zahlreiche Quarantäne-Anordnungen. Das müssen wir also ernst nehmen. Ich habe daher auch kein Verständnis für diejenigen, auch in unsere Gemeinde gibt es die, die nach wie vor von einer Verschwörung sprechen, weiterhin behaupten, es gäbe keine Pandemie, Corona sei ungefährlich und mit Unwahrheiten die Menschen verunsichern.

 

Aus meiner Sicht ist es wichtig, alles dafür zu tun, Schulen und Kitas offen zu lassen. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Studien, die zeigen, dass Kinder, insbesondere im Kita- und Grundschulalter, nicht die Treiber der Infektionsverbreitung sind. Auch im Saarland ist es so. Allerdings gibt es eine Reihe von Hinweisen, welche enormen Auswirkungen die Kita- und Schulschließungen während des ersten Lockdowns auf Familien und insbesondere Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, physische und psychische Gesundheit hatten. Deswegen ist es vor allem für unsere Kinder von größter Bedeutung, alles dafür zu tun, diese Einrichtungen offen zu lassen. Dabei möchte ich mich bei den Erzieherinnen und Erziehern, den Lehrerinnen und Lehrern und bei den Einrichtungsleitungen herzlich dafür bedanken, dass Sie alle Anstrengungen unternehmen, um diesem Ziel zu folgen und den Kindern – trotz Krise – einen gewissen Grad an Normalität zu sichern. Auch wir als Gemeinde tun unser Bestes, um beim Personal, bei der Digitalisierung, bei Investitionen oder bei der Aufrüstung für effektive Lüftungskonzepte zu unterstützen.

 

Durch die Pandemie müssen wir auf viele Veranstaltungen, Brauchtümer und Runden der Geselligkeit verzichten. So auch leider mit einigen Kirwe-Veranstaltungen, die in den letzten Wochen stattgefunden hätten, und nun auch mit St. Martin. Für viele Kinder ein Highlight im Jahr. Einige Ortsräte und Feuerwehren, Kitas und Schulen in den Ortsteilen haben sich überlegt, wie unter den vorherrschenden Bedingungen trotzdem das St. Martinsfest gefeiert werden kann. Dafür an alle Initiatorinnen und Initiatoren ein herzliches Dankeschön. Dies erscheint mir auch gerade jetzt besonders wichtig, steht der Heilige St. Martin, für Gläubige wie auch Nicht-Gläubige, für das Teilen und nicht zuletzt für Solidarität und Mitmenschlichkeit, die wir gerade gut gebrauchen können.

 

Ich glaube, die Gastronomie war eigentlich gut auf die Krise vorbereitet und wäre es auch für die zweite Welle gewesen. In unserer Gemeinde haben die Kontrollen keine Beanstandungen ergeben. Nun mussten jedoch alle schließen. Das ist schade, aber es ist dennoch nicht zielführend, einzelne Maßnahmen zu kritisieren. Es steckt immer ein Gesamtkonzept dahinter, das mit Virologen abgestimmt wird. Lassen Sie uns also nun gemeinsam die regionalen Betriebe unterstützen, indem wir lokal einkaufen und die Abhol- und Lieferdienste in Anspruch nehmen. Hierzu veröffentlichen wir nun regelmäßig eine entsprechende Liste.


Bitte beachten Sie auch, dass Besuche in unserem Nachbarland Frankreich aufgrund der dort geltenden Maßnahmen nicht mehr ohne weiteres möglich sind. Wer nach Frankreich fährt, muss ab sofort ein Formular mit sich führen, auf dem eine Begründung für die Reise ersichtlich ist. Ein solcher Grund kann beispielsweise der Besuch Pflegebedürftiger, eine Dienstreise, eine medizinische Behandlung oder ein Schulbesuch sein. Im Falle einer Kontrolle müssen Sie zusätzlich zu diesem Formular auch ein Dokument vorlegen können, welches den triftigen Grund belegen kann. Unsere französischen Freundinnen und Freunde dürfen wiederum bei uns einkaufen, sofern sie sich im Rahmen der französischen Ausgangssperrenregelung bewegen. Formulare für die Einreise nach Frankreich finden Sie in deutscher und französischer Ausfertigung auf der Homepage www.corona.saarland.de. Beachten Sie, dass Sie in Frankreich immer das französische Formular mit sich führen müssen.

 

Wie schon im Frühjahr bitte ich Sie eindringlich: Lassen Sie uns gemeinsam aufeinander aufpassen! Bitte zeigen Sie sich weiterhin solidarisch und bleiben Sie unbedingt so oft wie möglich zu Hause. Reduzieren Sie Ihre Kontakte. Auch oder vor allem unsere älteren und kranken Mitbürger möchte ich bitten: Bleiben Sie daheim und lassen Sie durch Ihre Kinder, Enkelkinder oder die ehrenamtlichen Dienste einkaufen. Wir sind als Gersheimerinnen und Gersheimer bisher gut durch die Krise gekommen. Das darf gerne so bleiben. Wir können alle unseren Beitrag dazu leisten.

 

Michael Clivot
Bürgermeister der Gemeinde Gersheim

 

Stand: 13.11.2020