Foto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Informationsveranstaltung 13 Monate nach dem Brandanschlag auf die ehemalige Bliesdalheimer Schule und einem Jahr nach Beginn der Arbeiten stellte die Gemeinde Gersheim am Dienstagabend die zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Räumlichkeiten der Öffentlichkeit vor.
   

In einer Bürgerversammlung, zu der Bürgermeister Alexander Rubeck und Bliesdalheims Ortsvorsteher Bernhard Welsch eingeladen hatten, erläuterte Bauamtsleiter Stefan Gebhart die durchgeführten Arbeiten in der Mehrzweckhalle.

 

In dem vor 52 Jahren erbauten Gebäudetrakt sei im Erdgeschoss an der Raumaufteilung nichts verändert worden. Entstanden seien in den ehemaligen Klassenräumen jedoch drei Schlafräume, eine Küche mit Aufenthaltsraum sowie der Sanitätsbereich. Platz biete das Gebäude in den zweckmäßig ausgestatteten Räumen für 20 Personen. Der Keller sei für Funktionsräume vorgesehen. So könnten nun ein Gemeinschaftsraum und ein Unterrichtsraum, der bei Bedarf auch zu einem Schlafraum umfunktioniert werden kann, genutzt werden.

Alles zusammengerechnet sind 407 Quadratmeter Wohnraum entstanden. Gebhart sprach auch davon, dass im Haus die elektrische Anlage inklusive der Beleuchtung erneuert und vom Stromkreis des alten Schulhauses getrennt worden sei. Auch habe eine neue Gasheizung installiert werden können.

Weitere „Gewerke“, seien die Erneuerung der Fenster, der Austausch des Bodenbelages im Erdgeschoss und die Umgestaltung der Nasszellen, so dass in den Damentoiletten noch zwei Duschen integriert werden konnten, gewesen. Ursprünglich sei die Umsetzung in einem kürzeren Zeitraum geplant gewesen. Doch durch den bis heute noch nicht aufgeklärten Brandanschlag am 9. September 2015 hätten nach der Freigabe durch den Staatsschutz erstmal die Brandspuren beseitigt werden müssen.

Investiert worden seien rund 135.000 Euro, wobei das Land einen Zuschuss aus dem Flüchtlingswohnraumprogramm und als Bedarfszuweisung in Gesamthöhe von 75.000 Euro beigesteuerte habe. Der verbleibende 60 000-Euro-Gemeindeanteil verringert sich noch um die Erstattungen der Feuerversicherung. Foto: Schlafraum in der Flüchtlingsunterkunft
   

Hauptamtsleiter Heiko Rebmann informierte in der gut besuchten Veranstaltung darüber, dass derzeit in der Bliestalgemeinde 86 überwiegend syrische Flüchtlinge, davon 63 in Familien und 23 als Einzelpersonen, in privaten Unterkünften untergebracht sind. Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe Gersheim stünde ihnen in den Unterbringungsorten Bliesdalheim (20 Flüchtlinge), Gersheim (40), Herbitzheim (3), Niedergailbach (9), Reinheim (10) und Rubenheim (4) eine gute Betreuung zur Seite. Spendenkammer, Fahrradwerkstatt, Fahrdienste und Sprachkurse würden sie betreuen beziehungsweise erledigen oder durchführen.

 

Ortsvorsteher Welsch lobte nochmals das Verständnis der bis vor einem Jahr in dem Gebäudetrakt untergebrachten Vereine wie dem DRK, der Feuerwehr, dem protestantischen Singkreis und dem Turnverein. Deren Verantwortliche hätten sich sofort bereit erklärt, ihre Räumlichkeiten für die nun fertig gestellte Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung zu stellen. Bürgermeister Rubeck unterstrich, dass man von Beginn an bestrebt gewesen sei, informativ und transparent über den Fortgang der Arbeiten zu berichten.

Er sprach auch davon, dass die Räumlichkeiten als Übergangsunterkunft für Flüchtlinge gedacht seien. „Hier werden Menschen nur so lange eine Bleibe finden, bis für sie nach ihrem Umzug von Lebach zu uns eine private Unterkunft gefunden ist“, so das Gemeindeoberhaupt.

 

Quelle: Saarbrücker Zeitung, St. Ingberter Rundschau, 13.10.2016