Foto: Neujahrsempfang der Gemeinde Gersheim 2017Die kritische Finanzlage, Flüchtlingshilfe, Biosphäre und ein filmischer Jahresrückblick – das waren die Themen beim Neujahrsempfang der Gemeinde Gersheim. Bürgermeister Alexander Rubeck blickte aufs abgelaufene Jahr zurück und wagte einen Ausblick auf 2017.

„Mit dem Jahr 2016 geht ein Jahr zu Ende, in dem die Gemeinde aufgrund der überaus kritischen Finanzlage über keinen von der Kommunalaufsicht genehmigten Haushalt verfügte“, stellte Alexander Rubeck an den Anfang seiner Rede beim traditionellen Neujahrsempfang im Kulturhaus in Gersheim. Insofern wäre es der Gemeinde auch eigentlich unmöglich gewesen, diesen Neujahrsempfang durchzuführen. Schließlich gehöre eine solche Veranstaltung nicht zwingend zu den Veranstaltungen, die zur Aufgabenerfüllung einer Kommune gehören. Aber der Gersheimer Amtschef ist der Meinung, dass der Neujahrsempfang die einzige Veranstaltung sei, bei der „einmal im Jahr alle Akteure zusammenkommen, die das ganze Jahr über das gesellschaftliche Leben unserer Gemeinde gestalten“. Also suchte Rubeck Sponsoren, und so konnte auch zu diesem Jahresbeginn unter anderem durch Unterstützung der Bäckerei Mischo und der Karlsberg Brauerei ein Empfang stattfinden. Rubeck erinnerte in seiner Ansprache an die Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr, wobei sich die Situation mittlerweile „normalisiert“ habe. Die Zahl der Flüchtlinge hat sich im Bereich der Gemeinde Gersheim auf derzeit 87 Personen reduziert. Der Bürgermeister rief indes in Erinnerung, dass im Zuge der Familienzusammenführung wohl noch etliche weitere Personen nach Gersheim kommen würden: „Diese Menschen tauchen in keiner Asylstatistik auf, aber sie müssen genau so untergebracht, versorgt und integriert werden.“ Dies werde kaum öffentlich thematisiert, obwohl dies dringend nötig wäre. Rubeck dankte allen Ehrenamtlern, die sich in der Flüchtlingshilfe (und auch in anderen Bereichen) engagieren, ganz ausdrücklich.

 

Kritisch äußerte sich Rubeck auch zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Region innerhalb der Biosphäre, wo es Diskussionen über Windräder, die Ausweisung von neuen Naturschutzgebieten, aber auch über den Steinbruch in Rubenheim gegeben habe: „Ich bin jedenfalls dafür, dass sich unsere Heimat weiterentwickelt. Aber nicht zu einem Museum, sondern zu einer lebendigen Region, in der Naturschutz und Regionalentwicklung keinen Widerspruch bilden.“ Aber trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen habe sich in Gersheim einiges bewegt: Und besonders stolz ist Rubeck dabei auf die Auszeichnung „Service Qualität Deutschland“: „Ein Etikett, das sich nur wenige kommunale Verwaltungen anheften dürfen“. Ebenso zufrieden, ja stolz, zeigte sich der Verwaltungschef der Gemeinde auch über weitere Entwicklungen: Bei der Arbeitslosenquote und der Kriminalitätsrate befindet sich Gersheim „seit Jahren stabil auf unterstem Niveau“. Dies sage auch etwas über die Lebensqualität der Gemeinde aus. Der Neujahrsempfang wurde musikalisch vom Musikverein Harmonie Gersheim umrahmt, die Singgemeinschaft Reinheim/Niedergailbach hatte wegen der unsicheren Witterungsverhältnisse abgesagt. Die Bewirtung lag wieder bei den Gersheimer Landfrauen. Nach der Rede des Bürgermeisters gab es – wie jedes Jahr – einen eindrucksvollen filmischen Jahresrückblick über das Gemeindeleben (Autor: Wolfgang Freier). Besonders begrüßt wurde die Reinheimer Weinkönigin mit ihren beiden Prinzessinnen.

Projekte in Gersheim 2016: Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Herbitzheim, das in Modulbauweise erstellt wird und später eventuell mehrere Löschbezirke beherbergen könnte. Dazu kommen der Kindergarten-Neubau in Reinheim und der Umbau und die Modernisierung des Kindergartens in Peppenkum. Zudem wird auch die Rettungswache neu gebaut.


Quelle: Saarbrücker Zeitung, Lokalteil St. Ingbert, 12.01.2017